
Als jemand, der seine Teenagerzeit in den 1990er Jahren verbracht hat, bin ich mit CLAWFINGER durchaus vertraut. Als der Hype um Crossover (oder Rap-Metal) Anfang des Jahrzehnts losging, war ich voll dabei, CLAWFINGER waren eines der ersten Konzerte, auf denen ich war. Dass die Schweden nun 2026 und 18 Jahre nach dem letzten Album wieder am Start sind, freut mich also und kommt einer kleinen Zeitreise gleich. Und gleich der Opener des Albums stimmt mich nostalgisch. CLAWFINGER haben sich wenig verändert: Industrial Beats, Rap und sägende Gitarren, untermalt von Keyboard-Flächen. 1990er-Rap-Metal eben. Wobei auch nicht, denn rückblickend waren die Bands damals sehr unterschiedlich. CLAWFINGER klingen eben wie CLAWFINGER. Das ist 2026 wahrscheinlich recht weit vom Zeitgeist entfernt, dürfte aber allen gefallen, die damals mit dem Sound aufgewachsen sind. Und auf den zweiten Blick hört es sich dann doch nicht wie eine Band an, die seit 1990 dabei ist, was wohl auch mit daran liegt, dass man hier deutlich erkennt, wie weit der Einfluss der Schweden gereicht hat. Viele Nu-Metal Bands haben ihren Sound auf dem Fundament gebaut, das Bands wie CLAWFINGER gelegt haben. Sie werden auch mit „Before We All Die“ wohl nicht mit KORN und Co. gleichziehen können, was ihre Popularität angeht. Aber aufzeigen, wer die Gründungsväter dieses Sound sind, können sie allemal.
© by Fuze - Ausgabe #116 Februar/März 2026 und Dennis Müller
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