
Vor pathetischem Electro-Rock-Bombast schreckten HEALTH noch nie zurück. Was allerdings der Opener „Ordinary loss“ veranstaltet, schillert zwischen unwiderstehlicher Pop-Affinität und gewaltigem Arenarock und zieht all diejenigen Register, die MUSE zu ihrem ambivalenten Weltruhm gebracht haben. Die erbarmungslosen Riffs verzichten in keinem Moment auf die maximale Effekthascherei, die zu Stagedive-Akrobatik und gereckten Fäusten einlädt. Die rhythmischen Maschinengewehrsalven (man stelle sich den Dritten Weltkrieg oder noch schlimmer: RAMMSTEIN vor) und die bittersüße Stimme (man stelle sich die PET SHOP BOYS vor) unterstreichen einmal mehr, dass das von praktisch allem viel zu viel ist. Das ist dem Trio bewusst und kommt ihnen gerade recht, denn es ist exakt so gemeint – ohne doppelten Boden und frei von Ironie. Ihre Website? Heißt youwillloveeachother.com. Ihre Selbstverortung zum Vorgänger „Rat Wars“? Cum Metal. HEALTH sind Exzentrik und Übermaß in Reinform.
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