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R.A.M.B.O.

Defy Extinction

Die Philly-Ökopunks sind zurück, wer hätte das noch erwartet? 2005 erschien mit „Bring It!“ (Havoc Records) ihr letztes Album. Da war George W. Bush noch US-Präsident und die Welt eine völlig andere. R.A.M.B.O. dagegen sind noch fast dieselben: sie spielen Hardcore-Punk mit Thrashcore- und Crust-Einflüssen, heute nur meist nicht mehr ganz so rasend schnell. „Bring It!“ wirkte damals schon deutlich professioneller und erwachsener als das Debütalbum „Wall Of Death The System“ (625 Thrashcore), und „Defy Extinction“ macht einen großen Schritt in dieselbe Richtung. Ob ausgerechnet diese Eigenschaften besonders wertvoll sind für das Genre und eine Band, die nicht zuletzt für ihren albernen Humor geliebt wurde, na ja. Jedenfalls sind R.A.M.B.O. mit „Defy Extinction“ nicht nur in Sachen Sachen Sound auf dem neuesten Stand, auch für Witzchen hat im gesellschaftlichen Schlagabtausch kaum noch einer die Nerven. „Defy Extinction“ adressiert also in aller Ernsthaftigkeit reihenweise aktuelle Themen (Verschwörungen, Trump, Incels, Ökologie, Milliardäre im Weltraum ...) und trägt den sperrigen Untertitel „Revenge For Authoritarian Massacre Of Biodiversity For Oligarchs“. Dabei kann man R.A.M.B.O. im Grunde bei jedem ihrer 17 neuen Songs nur beherzt zustimmen. Eine gute halbe Stunde davon ist dann aber wirklich mehr als genug.