
Berlin, Dezember 1989. Vor wenigen Wochen ist die Berliner Mauer gefallen, da machen sich mehrere Schulfreunde auf den Weg von Münster in die spätere deutsche Hauptstadt, um nach ihrer ersten Single nun wirklich sogar eine ganze LP aufzunehmen. Die beginnt mit dem Song von besagter Single, „Immer nur Ska“, dem wohl größten deutschsprachigen Ska-Hit aller Zeiten. Sänger ist Markus Seidensticker, der mit seinem guten Freund Skacus (gt) die achtköpfige Combo ins Leben rief. Auch dabei und wichtiger Teil der Band ist Prof. Richie, den viele bald als Eigenmarke Dr. Ring Ding kennen werden. Dieser hier vorwiegend an der Posaune aktive Könner verfasste auch schmissig die Linernotes zu dieser endlich wieder erhältlichen Kult-Scheibe, die es in „zufälligen“ Farben gibt, aber wohl bald ausverkauft sein wird. Da hören wir in „Verliebt“ den von Dr. Ring Ding so geliebten Dub-Reggae Stil und in „Ich sehe was ...“ wird die Problematik des Rechtsradikalismus beschrieben: „Die Faschisten machen sich breit in der Politik, kannst du sie sehen?“ Erst kurz zuvor hatten in Berlin die sogenannten „Republikaner“ mit 7,5 % bei der Landtagswahl auf sich aufmerksam gemacht und allen schwante Böses. Angesichts der heutigen politischen Lage war das aber im Nachhinein geradezu paradiesisch, denn die „Reps“ waren schnell zum Glück Geschichte. Und sie trugen Blau ...
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #100 Februar/März 2012 und Lars Kranenkamp
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #116 Oktober/November 2014 und Christian Krüger
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