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THURSTON MOORE

Flow Critical Lucidity

Gibt es eigentlich noch jemanden, der ernsthaft auf eine Reunion der New Yorker No-Wave-Noiserock-Pioniere SONIC YOUTH wartet, die sich 2011 auflösten („indefinite hiatus“?), zumal das auch mit der Trennung des Ehepaars Kim Gordon und Thurston Moore verknüpft war? Dafür sind die beiden Ex-Ehepartner weiterhin musikalisch aktiv, und auf ihren Platten existieren SONIC YOUTH in gewisser Weise weiter, wobei beide verstärkt ihr Faible für experimentellere Klänge ausleben, vor allem Gordon. Wie schon bei SONIC YOUTH gibt es bei Moore aber oft sehr melodische und meditative Songs mit krautrockigen und psychedelischen Elementen, der den Trademark-Sound seiner ehemaligen Band quasi mit starkem Noise-Filter versehen hat und auch mit stilistischen Ausflügen Richtung Kammerpop und Folkrock aufwartet. Das könnte man jetzt leicht abschätzig als „SONIC YOUTH unplugged“ einstufen, aber Moores Songwriting hat dann doch mehr zu bieten als nur einen abgespeckten Rip-Off seiner alten Band. Ehrlich gesagt war ich eigentlich schon immer eher ein Fan der SONIC YOUTH-Songs, bei denen Moore mehr im Vordergrund stand, Gordons Experimentierwut war mir dagegen oft zu anstrengend und ihre späteren Solo-Arbeiten dementsprechend zu nervig. Und so liefert mir Moore auch auf „Flow Critical Lucidity“ das, was ich vor allem an den späteren SONIC YOUTH geschätzt habe, wobei er natürlich seine eigenen musikalischen Wege geht.

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