
Es klingt wie ein Berliner Klischee: Musiker, seit Ewigkeiten in der Stadt, nicht mehr ganz jung und schon immer in vielen Bands aktiv, bringt nun ein Solo-Tape raus. So ist es auch bei HER GANG, dem Projekt von Gabriel Garcia. Hier ist der Übergang von Punk zu Indierock, von Sturm und Drang zur reiferen Auseinandersetzung mit Problemen und Tragödien, die das erwachsene Leben in Berlin so bringt, hörbar. Musikalisch bewegt sich Garcia solide im Feld von slackerhaft-nöligem Indierock mit Emo-Seite. So was wie PAVEMENT, TOCOTRONIC, WEEZER, aber auch ein bisschen CURE’sche Melancholie ist hörbar – was verständlich ist, wirft man einen Blick auf die mitgelieferte Biografie des Musikers. Fühle mich irgendwie an Bands aus Köln Anfang der 2000er erinnert, an Slackerboys mit Seitenscheitel auf der Bühne im Hausprojekt, die nach Hardcore jetzt sanftere Töne anschlagen. Schon schön, das alles.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #182 Oktober/November 2025 und Gary Flanell