
Die Geschichte von Rio Reiser und TON STEINE SCHERBEN ist noch lange nicht auserzählt. Immer wieder erscheinen neue Bücher zu dem Thema. Die allerwenigsten sind langweilig. „Ich will ich sein“ hat einen neuen Ansatz. Gunther Buskies, Gründer von Labels wie Tapete Records und Musiker bei DIE LIGA DER GEWÖHNLICHEN GENTLEMEN, hat dafür über 100 Songtexte von Rio zusammengetragen. Zeitlose Klassiker wie „Wir müssen hier raus“, „Komm schlaf bei mir“, „Menschenfresser“ oder „Junimond“. Songs von den Scherben oder seinen Solo-Alben. Zeilen voller Liebe und Revolte. Diese Texte werden kommentiert von Mitmusikern wie RPS Lanrue, Nikel Pallat oder Kai Sichtermann, Familienmitgliedern und Weggefährten wie seiner Nichte Cäcilie Möbius oder der Grünen Claudia Roth, aber auch Musiker:innen wie Brezel Göring (STEREO TOTAL), Reinhard Mey oder Jan Plewka (SELIG). Liebevolle Gedanken und persönliche Bezüge zum großen Anti-Helden der 1970er. „Wie viele Rockbands fallen einem sonst noch ein, die offensiv die Sorgen und Nöte von Lehrlingen, Mietern und auf den ÖPNV angewiesenen Arbeitern skandalisieren?“, fragt etwa Thorsten Nagelschmidt (MUFF POTTER). „Rios Texte haben den Weg gezeigt, dass man als deutsche Punkband auch deutschsprachige Texte machen kann“, schreibt Michael „Elf“ Mayer von SLIME. Dazu gibt’s Hintergrundinfos zur Entstehung der Songs und Einblicke in die Gefühlswelt des berühmten Anarcho-Literaten. „Ich will ich sein“ ist Teil einer ganzen Reihe von Büchern zu ausgewählten Songtexten. Weitere Bände gibt’s zu Frank Spilker (DIE STERNE), Christiane Rösinger (LASSIE SINGERS), Carsten Friedrichs (SUPERPUNK) oder Bernd Begemann.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #177 Dezember 2024/Januar 2025 2024 und Wolfram Hanke