
GWAR sind mehr als nur eine Band – sie sind ein Gesamtkunstwerk. Seit jeher verschmelzen die Veteranen des Schock-Rock musikalisches Handwerk mit provokativer Kunst und schrillem Entertainment zu einem unverkennbaren Stilmix, der weit über das bloße Tragen grotesker Kostüme hinausgeht. Wer sie auf ihre Bühnen-Show reduziert, unterschätzt die Kreativität und Durchschlagskraft dieser ikonischen Truppe. Mit „The Return Of Gor Gor“ zeigen GWAR einmal mehr, wie kunstübergreifende Erzählformen in den Metal-Kosmos eingebunden werden können. Die Rückkehr ihres fiktiven Tyrannosaurus Rex Gor Gor wird nicht nur musikalisch inszeniert, sondern multimedial gefeiert: Das Projekt umfasst ein 32-seitiges Comic, mehrere neue Tracks, witzig-absurde Video-Clips und frische Live-Aktivitäten. Damit gelingt der Band ein künstlerischer Rundumschlag, der visuelle, narrative und akustische Elemente miteinander verwebt – mit einem Augenzwinkern und gleichzeitig vollem kreativen Ernst. Drei Songs sind komplett neu komponiert und zeigen GWAR in bester Spiellaune: Hymnisch, überladen, provokant – und stets mit einem Hang zur ironischen Selbstinszenierung. Weitere Live-Tracks wurden produktionstechnisch aufpoliert und bringen die ungebremste Energie der Bühne ins Wohnzimmer. Hier zeigt sich, dass GWAR ihr Publikum auch nach Jahrzehnten noch packen können: Die Live-Mitschnitte sind intensiv, während das Publikum ekstatisch mitgeht und die Band kollektiv feiert – eine Demonstration ihrer bleibenden Relevanz. Musikalisch bleiben GWAR sich treu: Harte Riffs, hymnische Refrains und ein kompromissloser Hang zum Krawall – Headbanger kommen hier ebenso auf ihre Kosten wie Fans abseitiger Metal-Experimente. Der Hang zum Übertreiben ist dabei kein Zufall, sondern integraler Bestandteil ihrer DNA. Ob Blutfontänen, Monsterfiguren oder selbstironische T(h)rash-Ästhetik – all das ist bei GWAR kein Gimmick, sondern dramaturgisches Stilmittel.
© by Fuze - Ausgabe #113 August/September 2025 und Dennis Müller
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #111 Dezember 2013/Januar 2014 und Jens Kirsch
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© by Ox-Fanzine - Ausgabe #58 Februar/März 2005 und Simon Brunner