
In der Musikszene von Los Angeles kommt man an den HOLY BROTHERS, also Marvin Etzioni und Willie Aron, kaum vorbei. Etzioni, vormals bei LONE JUSTICE, produzierte Künstler wie COUNTING CROWS, Stephen Stills und Judy Collins, während Aron als Keyboarder bei der Psych-Supergroup THIRD MIND und Sessionmusiker für DREAM SYNDICATE und LOVE in Erscheinung trat. Zusammen bilden sie ein „Powerfolk“-Duo, das sich natürlich vom Jinglejangle-Sound der 1960er inspiriert zeigt. Aber auch die Powerpop-Bands der 1970er, vornehmlich BADFINGER, die RASPBERRIES und auch Alex Chiltons BIG STAR haben das Duo hörbar inspiriert. Dabei ist ihnen mit „High In My Balloon“ einem auf einer wahren Geschichte (es geht dabei auch um Etzionis Krebsleiden) basierenden Songzyklus, zudem zweiter Teil einer Trilogie, ein unscheinbarer, aber enorm tiefgründiger Überraschungstreffer geglückt. Dass das außerordentlich brillant klingende Album auch noch in der Londoner Abbey Road gemastert wurde, passt bestens; Syd Barretts PINK FLOYD und auch die 68er-BEATLES haben hier die musikalische DNA nachhaltig infiltriert. Ein perfektes „Such die musikalischen Einflüsse“-Album für Zitatjäger und Sixties-Musiknerds, dass viel mehr verspielt als oberlehrerhaft tief in die Wundertüte des 60er-Pop greift.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #180 Juni/Juli 2025 und Gereon Helmer