
Ist etwas ein Rerelease, wenn das Album zuvor – hier: 2021 – von der Band selbst veröffentlicht und quasi nicht verfügbar war? Eine akademische Frage für Menschen mit Magazinen mit verschiedenen Rubriken für so was. Also: egal. Als „Portland indie/noise/punk/emo whatever“ beschreiben sich Bryce August (gt, voc), Jeremy Hansen (bs) und Shane Heilman (dr) selbst, und ihr Debüt „Hollow Cells“ ist jetzt raus auf LP (und CD, ich hab eine) auf Dipterid, einem DIY-Label aus Monee, Illinois. Und es ist ein erstaunliches Album, das von Anfang an durch einen sehr dynamischen, „großen“, atmosphärischen Sound beeindruckt – wie DIY auch immer es aufgenommen worden sein mag, hier hat jemand sehr viel Verständnis für druckvolle, transparente Produktion bewiesen. Stilistisch sind BELONGING irgendwie „all over the place“, im Bandinfo wirbeln zig Begriffe herum. Da sind Elemente von Sludge, Doom und Grunge, aber auch Shoegaze, Nineties-Emo und Indierock geistern herum. Und das so unglaublich knackig und frisch, dass ich nur allergrößte Bewunderung äußern kann. Ich haue jetzt hier mal drei Pflöcke rein, wer sich irgendwo dazwischen heimisch fühlt, wird es mögen: A PLACE TO BURY STRANGERS, ROCKET FROM THE CRYPT, SONIC YOUTH. Enjoy.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #182 Oktober/November 2025 und Joachim Hiller