
2020, mitten in der Pandemie, veröffentlichte Bartees Strange sein Debütalbum „Live Forever“. Gefühlt erschien damals monatlich ein neues Can’t-miss-Album. „Live Forever“ traf mit seinem eklektischen Mix aus Indierock, R&B, Rap und Folk genau meinen Nerv und war ein Highlight in einem Jahr, das zumindest musikalisch nicht arm an Highlights war. Die Pandemie ging, kam wieder, ging, verschwand ... Als 2022 der Nachfolger „Farm To Table“ erschien, hatte sich schon einiges verändert. Bartees Strange tourte als Support für Lucy Dacus, Phoebe Bridgers oder Courtney Barnett, wechselte von Memory Music, dem Liebhaber-Label von Produzent Will Yip, zum seit Jahrzehnten etablierten UK-Indielabel 4AD und präsentierte sich in immer opulenteren Outfits. Natürlich ist es Quatsch, von der Optik auf die Musik zu schließen, aber irgendwie verlor ich das Interesse ... Für „Horror“ holte sich Strange jetzt unter anderem Hilfe von Produzent und Songschreiber Jack Antonoff, der bereits mit Taylor Swift, Lorde und Lana Del Rey zusammenarbeitete. Das Ergebnis ist interessantes Pop-Album mit Versatzstücken aus Indierock, HipHop, Country und House, dem ein wenig die Ecken und Kanten des DIY fehlen. Inhaltlich verarbeitet der schwarze, queere Musiker den Horror im Alltag: von rassistischer Gewalt bis zum Scheitern in Beziehungen.
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