
Ihre vierte Platte ist ihr bis dato stärkstes Statement: HOT MULLIGAN aus Lansing, MI, USA zaubern einen bittersüßen Mix aus Verzweiflung und Trotz, Hoffnung und Horror. Der klingt vielleicht wie Meditation, doch brodelt das Album nur so vor existenzieller Panik. „Du bist in deinem Körper. Du existierst. Und das ist furchteinflößend!“ Diese Angst klingt besonders in allen Lyrics mit. Musikalisch könnte das Ganze auch als Gute-Laune-Soundtrack durchgehen. Irgendwo zwischen brüllenden BASEMENT-Breakdowns („Moving to bed bug island“) bis zu akustischem Herzblut („My dad told me ...“). Tracks wie „And a big load“ oder „Carbon monoxide hotel“ liefern hymnische Hooks, während Synthies, Twinkle-Gitarren und Spoken-Word-artige Interludes für Tiefe sorgen. HOT MULLIGAN bleiben sich treu! So klingt das Album wieder sehr nach Selbstironie, aber ohne Zynismus. Das hier sind Emo-Songs für alle, die am Rand stehen und trotzdem weitermachen. Ein Album wie eine Panikattacke mit Hoffnungsschimmer.
© by Fuze - Ausgabe #113 August/September 2025 und Christian Biehl
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #181 August/September 2025 und Sebastian Wahle
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