
Seit über zehn Jahren sind LOS STRAITJACKETS mit ihrem Labelmate Nick Lowe als seine feste Touringband unterwegs, aber bis auf eine Handvoll Singles und ein Live-Album waren bislang keine gemeinsamen Aufnahmen entstanden. „Indoor Safari“ ist nun allerdings nicht die Sammlung von neuem Material, auf das die Fans seit langem warten; der Großteil der Nummern ist zuvor bereits auf Singles und EPs veröffentlicht worden. Das tut der Qualität des Albums aber überhaupt keinen Abbruch, denn die Zusammenarbeit von Lowe mit den Spy/Surf-Instrumentalisten war eine enorm fruchtbare Angelegenheit. Der epische Twang von STRAITJACKETS-Leadgitarrist Eddie Angel verziert die meisten der zwölf Nummern und gleich der Opener „Went to a party“ wurde zudem von Lowe und der Band gemeinsam geschrieben. Lowe legt sich nicht auf einen definierten Sound fest, er mischt freudig Elemente aus Rockabilly, Garage-Rock, Folk, British Invasion Beat und Americana, und selbst Burt Bacharach-Schmonz hält gelegentlich (vor allem bei „Different kind of blue“) als Grundlage her. Zwei Coversongs („A quiet place“ von Don Bryant und Ricky Nelsons „Raincoat in the river“) lockern die Reihe von gewohnt hochwertigen Lowe-Originals auf. Dem Album hätte allerdings gelegentlich etwas mehr Lebendigkeit gutgetan, die meisten Nummern dümpeln im Midtempo-Bereich vor sich hin. Das songschreiberische Talent von Nick Lowe hat allerdings durch die äußerst qualifizierte Begleitung von den STRAITJACKETS endlich wieder die angemessene musikalische Umsetzung bekommen, die sie verdient.
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