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ADDICTED TO WAR - Why The U.S. Can’t Kick Militarism

Joel Andreas

Joel Andreas’ Graphic Novel über den US-amerikanischen Militarismus und Imperialismus ist ein inzwischen mehrfach aktualisierter und in viele Sprachen übersetzter Klassiker des politisch intervenierenden und bildenden Comics, dessen erste Auflage 1991 erschienen ist. Um die zuletzt 2015 überarbeitete amerikanische Ausgabe (Neuauflage 2024) hat sich längst ein Kampagnen-, Bildungs- und Vernetzungsplattform gebildet (addictedtowar.com/about-atw), die von zahlreichen Personen des öffentlichen Lebens in den USA unterstützt wird. Als popkulturelles Medium des politischen Aktivismus ist „Addicted To War“ gewiss bedeutsamer als der künstlerische Anspruch des Bandes. Zu sehr rudimentär gehaltenen Schwarzweißzeichnungen, die zum Teil mit Kriegsfotografien verbunden werden, entwickelt Andreas seine Thesen, warum die USA „süchtig nach Krieg“ sind, in umfangreichen Texten, die in einfacher Sprache gehalten sind. Die aufklärerische Absicht, die Agitation gegen Krieg und Imperialismus, erschließt sich aus der Anlage des Buchs, das den Bogen von der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung bis zum „Krieg gegen den Terrorismus“ spannt. Andreas, ein promovierter Soziologe, stützt seine Erzählung, die auch die Folgen des Militarismus, dessen mediale Begleitung sowie den Widerstand gegen Krieg und Militär beinhaltet, auf einen für das Format ungewöhnlich umfangreichen Anmerkungsapparat. So vermittelt Andreas ein prägnantes, gewiss subjektives Narrativ, das einen sicherlich sehr vereinfachten, aber wichtigen Zugang zum Thema eröffnet. Auf die Aktualisierung anlässlich der zweiten Trump-Präsidentschaft darf man gespannt sein. Lesenswert.

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