
Ein einziger knapp 30-minütiger Song, mehr braucht es nicht, um die Hörer und Hörerinnen gebannt lauschen zu lassen. „Les maîtres fous“ wurde bereits 2015 live aufgenommen. Es handelt sich bei dem Stück um eine Reaktion auf einen kontroversen Doku-Film gleichen Namens, den der französische Filmemacher Jean Rouch in den 1950er Jahren gedreht hat. Das erklärt die Klangästhetik, mit der die Band hier zu Werke geht. Das Stück ist ein hypnotisches Konstrukt aus Tribal-Drums und dezenten Drones. Erst nach 18 Minuten nehmen sich die Drones zurück und machen Platz für dissonante Streichinstrumente. Weitere drei Minuten später nimmt das Tribal-Drumming zwar deutlich mehr Fahrt auf, behält aber den hypnotischen Charakter bei. Das unterstreicht die Fähigkeit der Band, Musik zu schaffen, der stets ein cineastisches Element anhaftet. Das Kopfkino springt unweigerlich an und die Bilder, die dieses vor das geistige Auge projiziert, sind alles andere als angenehm. Nach 29 Minuten ist das Ganze zwar grundsätzlich vorbei, ein gewisses Gefühl der Beklemmung bleibt jedoch bestehen. Ihr Ziel, emotional aufzuwühlen, hat die Band damit zweifellos erreicht. Keine leichte Kost, aber empfehlenswert für den kurzen Kopfkino-Trip zwischendurch.
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