
Und ich dachte schon, ich hätte was verpasst: 2019 hatte ich zuletzt ein Album der schwedischen „Songstress“ Sofia Härdig in den Händen, seitdem aber kam ... nichts. Vorher hatte sie seit einer ersten Veröffentlichung 2005 alle zwei, drei, vier Jahre eine neue Platte veröffentlicht, diesmal dauerte es etwas länger. Zwei Jahre war sie mit dem Songwriting beschäftigt, über 100 Ideen hielt sie fest, destillierte daraus letztlich zehn Songs für ihr neuntes Studioalbum. Mit ihr im Studio waren unter anderem Robert Johnson (den man mit seinen PUNCHDRUNKS auch im Punk-Kontext kennt) und Bebe Risenfors, Härdig selbst ist multitalentiert: Musik, Texte, Arrangement, Produktion, Gesang, Gitarre, Synthesizer, Percussion – hat sie alles drauf. Das Ergebnis? Ich beschrieb es zuletzt gesanglich als Mischung aus Patti Smith und Nick Cave, und würde sie „Dancing barefoot“ covern und Cave als Backgroundsänger anheuern, ich würde es feiern. Ihre Songs sind dramatisch und elegisch (wozu auch der Streichereinsatz beiträgt), Pathos ist hier kein Schimpfwort, und immer wieder kommen mir die famosen ECHO & THE BUNNYMEN in den Sinn, andere namedroppten Alan Vega und PJ Harvey. Das hat Goth-Dramatik und Proto-Punk-Dringlichkeit, Singer/Songwriter-Finesse und Pop-Sensibilität – unbedingt entdeckenswert.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #179 April/Mai 2025 und Joachim Hiller
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