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LINDA LINDAS

No Obligation

Es stellt sich die Frage, ob es von irgendeinem Belang ist für vier junge Frauen unter zwanzig, was ein Ü50-Mann tausende Kilometer entfernt, von dem hält, was sie tun. Interessieren sollte sie, was Menschen in ihrer Alterskohorte davon halten. Das könnte man als grundsätzliches Thema ansehen und sich diese Frage bei vielen (jungen) Bands stellen, nur hier springt sie einen förmlich an. Andererseits: Wenn Menschen Musik machen, die quasi ausschließlich in ihrer sozialen oder Altersgruppe gehört wird (Deutschrap, etc.), ist diese Aussage absolut. THE LINDA LINDAS hingegen, die man bei ihrem ersten Release „Growing Up“ 2022 und dem Auftauchen ihres Videos zu „Racist, sexist boy“ 2021 noch böswillig als „Novelty“ hätte abwerten können, haben sich auch für ihr zweites Album „No Obligation“ entschieden, ganz ohne modischen Schnickschnack und ohne (markanten) Einsatz von AutoTune ein straightes Rock’n’Roll-Punk-Album einzuspielen. Sie folgen der Tradition von Musiker:innen, die ihre Großeltern sein könnten, und erinnern musikalisch und gesanglich immer wieder an THE NUNS, an THE GO-GO’S, an THE MUFFS, an THE FASTBACKS, an das Schaffen von Joan Jett – und damit von Frauen, die sich, ermächtigt (auch) durch Punk, ihren Platz erkämpft haben. Mit ihrem zweiten Album treten THE LINDA LINDAS in große Fußstapfen, und es ist schön zu sehen, dass sie das Potenzial zu großer Vorbildwirkung haben. Wir brauchen mehr (Punk-)Sängerinnen, Gitarristinnen, Bassistinnen, Schlagzeugerinnen!

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