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DRAIN

Living Proof

Kein Text über Sänger Sammy Ciaramitaro, der nicht seine positive Ausstrahlung betont. Seiner Performance merkt man die nicht direkt an, auch nicht den Texten von Songs mit Namen wie „Weight of the world“. Neuerdings dreht er seine Stimme sogar kurz bis zu Death-Metal-Growls runter, wo es passt. DRAIN kommen aus dem kalifornischen Santa Cruz, wo schon Corey Haim 1987 in „The Lost Boys“ beharrlich darauf bestand, die finstere Kehrseite des Golden State in die Sonne zu zerren. Das war vor Ciaramitaros Zeit, den damaligen Thrash und Crossover-Metal kennen DRAIN aber gut. Sie spielen auf „Living Proof“ Hardcore und Thrash, springen von einem Groove in den anderen und kriegen trotzdem flüssige Songs zustande, eigentlich genau wie 2020 auf „California Cursed“ (Revelation Records). „Living Proof“ erscheint auch optisch wie dessen Remake, wieder sieht man Skulls, zerbrochene Surfboards, Haie und Sturmwellen, nur noch bunter und comichafter. Als DRAIN 2019 auf dem Sound And Fury Festival in Los Angeles auftraten, war es früher Nachmittag. 2022 waren sie bei diesem Festival bereits der Headliner. Ein beeindruckender Weg, selbst wenn es dazwischen nicht diese Pandemie gegeben hätte. Kein Grund also, jetzt schon den Kurs zu ändern. „Intermission“ reißt mit dem Rapper Shakewell (ex-BETRAYAL) kurz in Richtung HipHop aus und Ciaramitaro überrascht bei dem DESCENDENTS-Cover „Good good things“ mit seiner Gesangsstimme, that’s it, und alles passt.