Foto

LOST LYRICS

Some Things Never Change

1992 erschien dieses soeben via Hulk Records neu aufgelegte „Some Things Never Change“-Album von LOST LYRICS aus Kassel und Umgebung. Damals wurde es in Ox #13 gewürdigt, wenn auch mit einer nicht wirklich schmeichelhaften Nebenbemerkung: „Irgendwie stelle ich mir die Bandmitglieder als Veteranenpunks vor, die mit Job und Familie geschlagen sind und der drohenden Verspießung mit Hilfe ihrer Band entfliehen ...“ Keine Ahnung, was mich damals geritten hat, womöglich hielt ich Sänger Holger Schacht mit meinen 24 Jahren für mindestens 29 und damit total verspießt, dabei sind wir beide Jahrgang 1968. Mein Zitat sorgte bei der Band jedenfalls für soviel Eindruck, dass es im Beiblatt der Neuauflage zitiert wird – zumindest aus heutiger Sicht waren meine Worte wohl fast schon prophetisch ... Zum 30. Geburtstag hat die immer noch aktive Band „Some Things Never Change“, ihrem Debüt-Album, nun einen überarbeiteten Rerelease spendiert, dafür die Songs remastert und für bessere Klangqualität auf drei statt vier LP-Seiten verteilt und die D-Seite dann auch noch mit zeitgenössischem Bonusmaterial aufgefüllt. METAL MIKE, HÜSKER DÜ und MEGA CITY FOUR warf ich damals als zeitgenössische Vergleiche in den Ring, feierte wie alle anderen das John Denver-Cover „Leaving, on a jet plane“ und würde mit den Vergleichen heute nur noch Menschen meiner Alterskohorte abholen. „Abholender“ ist es da, von englischsprachigem Pop-Punk zu reden – SCREECHING WEASEL und THE QUEERS waren damals schließlich auch schon am Start, nur hatte die hierzulande kaum jemand auf dem Schirm. Schönes, dickes Package nicht nur für jene, die damals schon die Band live feierten.