
Dass Relapse gleichbedeutend ist mit Death Metal oder Grindcore, ist ja auch lange her. Da bedeutet das Signing der Iren MALTHUSIAN eine Rückkehr zu den Wurzeln. Der Vierer ist zwar relativ unbekannt, aber – und auch das ist recht typisch für Relapse – mit bekannten Musikern besetzt, die Hochkaräter wie GRAVE MIASMA, DREAD SOVEREIGN oder AKERCOCKE als Heimathafen angeben können. Dafür gehen MALTHUSIAN aber exakt null Kompromisse ein und liefern ein schwer verdauliches Brett aus Deathdoom und Black Metal ab. Eröffnet wird das zweite Album „The Summoning Bell“ mit einem etwas überflüssigen längeren Intro mit Geräuschen aus der Gruft oder wahlweise Vorhölle. Danach wird aber unvermittelt zu rabenschwarzem Vollgas gewechselt, wobei wie so oft in dieser Szene auf klare Strukturen wie Strophe/Refrain verzichtet wird und nur der Fluss mit all seinen abrupten, doomigen Windungen und Stromschnellen zählt. Solche Songs sind ja unweigerlich Uneasy Listening und ohne großen Wiedererkennungswert, und so ist es auch bei MALTHUSIAN. Das Album braucht diverse Durchläufe, bis man sich auch nur an vereinzelte Bruchstücke erinnert, so heftig ist das Gebräu, das dann aber seine Momente hat. Wer hingegen ein klassisches Hitalbum sucht, ist hier definitiv falsch.
© by Fuze - Ausgabe #113 August/September 2025 und Manuel Stein
© by Fuze - Ausgabe #113 August/September 2025 und Manuel Stein
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #182 Oktober/November 2025 und Ollie Fröhlich