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KEINE MACHT FÜR NIEMAND - Pop und Politik in Deutschland

Marcus S. Kleiner

An vorbildlicher Haltung mangelt es Marcus S. Kleiner sicher nicht, auch nicht an methodischer Stringenz. Kleiner argumentiert plausibel und bewegt sich im weiten Rahmen des popkulturtheoretischen Konsenses, und trotzdem vermag sein umfangreicher populär geschriebener wissenschaftlicher Essay nicht vollends zu überzeugen. Kleiner entwickelt in elf Kapiteln politisch-gesellschaftliche Funktionen und Bedeutungen von Popkultur in Deutschland, indem er die Politik-, (Pop-)Kultur- und Protestgeschichte der Bundesrepublik chronologisch anhand ihm besonders bedeutsam erscheinender Ereignisse nacherzählt. Popkultur ist ein Spiegel der gesellschaftlichen Zustände. Popkultur ist ihrem Anspruch gemäß gesellschaftskritisch und leistet Impulse zu einer kritischen Bewusstseinsbildung und ist orientiert auf Alternativen zum Status quo, so die Kernthese des Autors. Kleinert analysiert deutschsprachige Popsongs besonders aus den Genres Agitprop, Punk, Deutschrock, Neue Deutsche Welle und HipHop. Dabei liegt das immer selbe Schema zugrunde: Wer erzählt was und in welcher Weise? Angesichts der Fülle des besprochenen Materials und der Verengung auf eine Kernthese liest sich die Arbeit nach wenigen Kapiteln aufgrund der häufigen inhaltlichen, sprachlichen uns stilistischen Wiederholungen recht redundant. Die Lektüre wird anstrengend und der Umfang des Bands steht in keinem Verhältnis zum Informationswert, der vor allem sattsam bekanntes repetiert. Dass Kleinert eine große Erzählung von den 1960er Jahren bis in die Gegenwart versucht, ist verdienstvoll, weil es an leicht zugänglichen Gesamtdarstellungen mangelt. Der große Wurf ist ihm leider nicht gelungen.

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