
In dieser auf 666 Exemplare limitierten gebundenen Hardcover-Luxusausgabe inklusive Lesebändchen durchleben diverse Figuren aus dem Hellboy-Umfeld okkult-mysteriöse Abenteuer. Hellboy selbst taucht dabei sehr selten als eher unbedeutende Randfigur auf. In den insgesamt vier Geschichten – „Witchfinder – Die Herrschaft der Finsternis“, „Das Haus der verlorenen Horizonte“, „Das Schwert aus Hyperborea“, „Das Schloss der Amseln“ plus die Mini-Episode „Die längste Nacht“ – aus der Feder von Mike Mignola und wechselnden Co-Autoren trifft die geneigte Leserschaft neben Witchfinder Sir Edward Grey unter anderem mit Sarah Jewell und Sara May Blackburn auch auf einige starke Frauen. Laune macht dabei insbesondere der Wechsel zwischen verschiedenen Epochen: Während „Witchfinder“ noch im London zu Zeiten Jack the Rippers im 19. Jahrhundert spielt, geht es in „Das Haus der verlorenen Horizonte“ schon in bester Agatha Christie-Detektivroman-Manier in die 1920er. „Das Schwert aus Hyperborea“ grast gleich mehrere Jahrzehnte ab und taucht dabei leicht surreal trashig angehaucht in Pulp/Groschenroman-Anspielungen ab, „Schloss der Amseln“ spielt zwar in den 1960ern, einige Figuren sind aber bereits viel länger an diesem Ort gefangen. Von viktorianischem Pomp über Art Nouveau bis hin zu psychedelischem 1960er-Pop ist stilistisch entsprechend alles vertreten. Dazu gibt es, wie in dieser Reihe üblich, mit Skizzenbüchern, Coverentwürfen und weiterführenden Erläuterungen jeweils üppiges Bonusmaterial. Für Hardcore-Fans ein absolutes Muss, für alle anderen ein Nice-to-have, allerdings angesichts des doch gehobenen Preises auch nicht mehr.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #184 Februar/März 2026 und Anke Kalau