Foto

PENETRATION

Moving Targets/Coming Up For Air

Die britische Punk-Szene brachte kurz nach dem Urknall 1976/77 neben zig männerdominierten Bands erfreulicherweise auch eine ganze Reihe von sehr präsenten Frontfrauen hervor, wie Siouxsie Sioux, Poly Styrene, Beki Bondage, Viv Albertine, Gaye Advert oder Ari Up. Und eben auch Pauline Murray, die mit PENETRATION bekannt wurde. Die hatten sich Ende 1976 im Nordosten von England gegründet, spielten ihr erstes Konzert mit GENERATION X und hatten mit Frontfrau Murray eine überaus charismatische Sängerin zu bieten. Ihrer Debüt-7“ „Don’t Dictate“ folgten nach ein paar weiteren Singles 1978 das Debütalbum „Moving Targets“ und 1979 das „Coming Up For Air“-Album, nach dem sich die Band 1980 auflöste. 2001 erfolgte eine Reunion, in der Folge gab es immer wieder Konzerte und 2015 mit „Resolution“ sogar ein neues Album. 2021 veröffentlichte Pauline Murray, die über die Jahre immer auch eigenständig musikalisch aktiv war, unter anderem mit PAULINE MURRAY AND THE INVISIBLE GIRLS, ihr Solo-Album „Elemental“. Auf Cherry Red ist nun unter dem Captain Oi!-Logo eine Doppel-CD erschienen, die beide Alben zusammenfasst und um einige Bonussongs ergänzt, so dass man eine nahezu umfassende Zusammenstellung der historischen Aufnahmen der Band physisch in den Händen hält. PENETRATION waren damals eher Vertreter des musikalisch versierteren Teils der UK-Punk-Szene, mit auch rhythmisch diverser Aufstellung und einem Hang zu eher klassischen Rock- und Popnummern, statt nur auf krasse Provokation zu setzen. Dabei half auch Murrays Gesang, irgendwo zwischen eingängig-melodiös und kratzig-rebellisch.

Anzeige