
Uff, das ist ein Klotz von Platte, nicht nur bezogen auf die opulente Spielzeit. Die britischen Proto-Doom-Rocker um Kevin Starrs brechen mit dem bisherigen Konzept der Band und haben quasi einen Giallo-Streifen vertont, jene italienischen Slasher-Filme, die unter Liebhabern Kultstatus genießen und sich stets durch aufwändig inszenierte musikalische Untermalung auszeichnen. Das macht „Nell’ Ora Blu“ weniger zu einem konventionellen Album als vielmehr zu einer Art Soundtrack. Vieles beschränkt sich auf die rein instrumentale Darbietung, untermalt mit Soundscapes und Dialogpassagen auf Italienisch. Bis es richtiges Rockfutter gibt, muss hier schon etwas Geduld aufgebracht werden, doch mit Riffbrettern wie „Solo la morte ti ammanetta“, oder „Pomeriggio di novembre nel parco“ kommen auch bisherige Fans letztlich auf ihre Kosten. Eine gewagte Platte, das steht fest.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #107 April/Mai 2013 und Jens Kirsch
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