
Die DEAD FINKS operieren zum mittlerweile vierten Mal auf Albumlänge direkt am offenen Garage-Punk-Herzen. Schmissig bis zum Anschlag starren die Wahl-Berliner zu lärmig-poppigem Gitarrenflirren unerschrocken in den neuen Plastikabgrund. Im Gegensatz zu den noch ziemlich eklektisch zusammengepuzzleten Vorgängern wirkt „New Plastik Abyss“ dabei wirklich fein aufeinander abgestimmt, 30 Minuten komplett aus einem Guss. Kommt mir vielleicht auch nur so vor, weil ich mir das jetzt im circa 77. Durchgang zu Gemüte führe? Egal, das ist jedenfalls ganz klar eine Platte, die mit der Zeit wächst. Einfache Strukturen mit hohem Ohrwurmfaktor treffen auf ordentlich Druck und dezent versteckte Spielereien für das gesunde Maß kantige Seltsamkeit, so muss das. „The altitude starts to thin out my blood / But safety ain’t a concern if the money is good / I came here with a dream in a suit / I’m leaving with a case brief and a few parachutes“? Anzugträger-Heuschreckenkritik trifft Hammerhooklines? Was auch immer das heißen mag, die Melodie hinter „Eden“ wird mich noch lange begleiten. Frech, clever, laut, bittersüß, catchy, immer her damit!
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #151 August/September 2020 und Anke Kalau
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