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TREES SPEAK

Ohms

Das in London ansässige und seit 1992 existente Label Soul Jazz Records ist vor allem bekannt für seine stilistisch breitgefächerten Wiederveröffentlichungen im Bereich Jazz, Weltmusik, Post-Punk oder Electronica, worunter sich selten mal neue Platten finden lassen. Zu den wenigen Ausnahmen gehört das Album von TREES SPEAK, die bereits 2017 ein Album auf dem vor allem auf Soundtracks spezialisierten italienischen Label Cinedelic veröffentlicht hatten. Ansonsten ist nicht viel über TREES SPEAK in Erfahrung zu bringen. Kopf scheint ein gewisser Daniel Martin Diaz zu sein, der bisher unter dem Namen BLIND DIVINE in Erscheinung trat, ein offenbar auch eher obskures Projekt. Neben Daniel Martin Diaz taucht bei TREES SPEAK ein Damian Diaz an Gitarre und Schlagzeug auf, möglicherweise der Bruder oder ein anderer Verwandter. Die Begeisterung von Soul Jazz für TREES SPEAK lässt sich grundsätzlich gut nachvollziehen, denn „Ohms“ bewegt sich in einer Schnittmenge aus Krautrock, Jazz, Post-Punk, Psychedelic, Prog-Rock und Filmmusik, wo man Namen wie CAN, NEU!, LIQUID LIQUID, CLUSTER, SILVER APPLES, John Carpenter, GOBLIN und frühe KRAFTWERK in Spiel bringen kann. Allerdings bleibt die Musik von TREES SPEAK so abstrakt und fragmentarisch, dass sich die zahlreichen Einflüsse innerhalb der rein instrumentalen Stücke meist verlieren, dennoch finden TREES SPEAK selten zu einem wirklich charakteristischen eigenen Sound. „Ohms“ besitzt aber definitiv seine faszinierenden Momente, vor allem in den rhythmischeren Passagen, wird aber, wie andere Diaz-Projekte, eher etwas für Fans obskurer Veröffentlichungen bleiben.