Foto

ANGEL FACE

Out In The Street

Das Label selbst preist ANGEL FACE als „Japan punk heroes“, was gemeinhin mit Vorsicht zu betrachten wäre, hier jedoch angesichts des Stammbaums der Band als auch des erstklassigen Qualität der Budget Rock-Renaissance ihres mittlerweile zweiten Longplayers nicht die industrieübliche Beweihräucherung, sondern tatsächlich eine recht nüchterne Bestandsaufnahme ist. Neben Überlappungen zu aktuelleren Bands wir RULER, TRIPLE JUNK oder THE FADEAWAYS sind es vor allem die Gruppen, in denen sich Gitarrist Fink in den 1990er und 2000er Jahren verdingte, die sich hier am prägnantesten als Referenz aufdrängen – und man möchte meinen, FIRESTARTER wären ein Powerpop-Variante von TEENGENERATE gewesen während THE RAYDIOS eher das 1970er-Profil deren Sounds schärfte. Dann sind ANGEL FACE die perfekte Synthese eben dieser Bands. „Out In The Street“ ist roher First-Wave-Punkrock voller Pop-Hooks, die sich nachhaltig festsetzen, rast durch zehn Hochkaräter, die mit Handclaps, scharfen Gitarren-Licks und gebellten Vocals geadelt werden, ganz so als wären GENERATION X und DEAD BOYS eine unheilige Allianz mit Paul Westerberg eingegangen. Das perfekte Album, um sich noch einmal neu in Rock’n’Roll zu verlieben.

Anzeige