
16 Jahre Pause! Versuchen POISON THE WELL mit ihrem Quasi-Comeback „Peace In Place“ ihre frühen Metalcore-Wurzeln zu reproduzieren oder knüpfen sie eher an die experimentelleren Momente ihrer späteren Phase an? Die Antwort liegt irgendwo dazwischen. „Peace in Place“ klingt deutlich reifer und atmosphärischer als die frühen Klassiker „The Opposite Of December... A Season Of Separation“ oder „You Come Before You“, ohne deren emotionale Wucht komplett hinter sich zu lassen. Musikalisch setzen die Songs stärker auf Dynamik und Atmosphäre als auf permanente Breakdown-Gewitter. Viele Stücke bauen sich langsam auf, lassen Gitarrenflächen und Melodien wirken, bevor sie plötzlich wieder in härtere Passagen kippen. Gerade diese Wechsel aus Melancholie und eruptiver Härte erinnern daran, warum PTW Anfang der 2000er überhaupt so wichtig für die Entwicklung von Metalcore und Post-Hardcore waren. Der Gesang von Jeffrey Moreira bleibt dabei das emotionale Zentrum der Musik. Seine Mischung aus verzweifeltem Schreien und melodischen Momenten funktioniert auch nach all den Jahren noch erstaunlich gut. Die Texte wirken persönlicher und reflektierter als früher. Irgendwie ist hier weniger jugendliche Wut, aber dafür mehr nachdenkliche Schwere zu spüren. „Peace)n Place“ ist damit kein nostalgisches „Wir spielen nochmal 2002“-Album, sondern eher eine ruhige, teilweise düstere Weiterentwicklung.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #71 April/Mai 2007 und Sebastian Wahle
© by Fuze - Ausgabe #117 April/Mai 2026 und Christian Biehl
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #34 I 1999 und Marc Lohausen
© by Fuze - Ausgabe #117 April/Mai 2026 und Christian Biehl
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #185 April/Mai 2026 und Sebastian Wahle
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #49 Dezember 2002/Januar/Februar 2003 und Thomas Eberhardt
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #71 April/Mai 2007 und Sebastian Wahle
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #136 Februar/März 2018 und Sebastian Wahle
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #52 September/Oktober/November 2003 und Sarah Shokouhbeen