Penelope Houston kennt man natürlich auch noch (nein, sie ist natürlich nicht die Schwester von Whitney), nämlich aus einer Zeit, als es eine Art Neofolk-Revival in San Francisco und Umgebung gab, woraus ein von der Spex initiierter Sampler resultierte.
Irgendwann bekam die Dame dann einen Majordeal, was einige ihrer alten Weggefährten ihr nicht ganz gönnten und Ausverkaufsunterstellungen natürlich die Folge waren. Wenn ich ehrlich bin, kann ich dazu nicht viel sagen, da ich Houston immer nur ganz am Rande wahrgenommen habe.
Aber ich könnte verstehen, wenn man ihr wegen dieser Platte voller unverschämt aufdringlicher, fett produzierter Popsongs ernsthaft böse wäre, die nicht mehr allzuviel mit ihrem alten Folkumfeld zu tun haben.
Denn wenn die Plattenfirma schon völlig euphorisch von zwei Single-Auskopplungen faselt, weiß man wo hier die Glocken hängen. Trotz viel Technik-Klimbim und modischer Beats kann man aber dennoch schwerlich behaupten, daß "Tongue" auch nur ansatzweise scheiße wäre, denn dafür funktioniert das Album auf einer gitarrenlastigen Popebene viel zu gut.
Die ersten vier Songs kriegt man so schnell nicht mehr aus dem Kopf, und aus der einstigen Neofolk-Ikone ist scheinbar eine moderne Ausgabe von BLONDIE, den GO-GO'S (zwei Mitglieder sind auch auf "Tongue" dabei) oder den BANGLES geworden.
Damit kann man eigentlich ganz gut leben, behaupte ich mal, zumal fast ein Drittel des Albums bei mir unverzüglich auf eine Autokassette gewandert ist. Defintiv das Beste in dieser Richtung seit dem letzten großartigen BANGLES-Album "Everything".
Oh Scheiße, das ist ja zehn Jahre her.
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