Foto

SOKO LINX

Punk für Leute, die Punk haszen

Spaß und Ernst. Naivität und Weitblick. Eigenständigkeit und Kompatibilität. Ist das musikalisch irgendwie unter einen Hut zu bekommen? Die Antwort lautet: Oh ja! Denn genau diesen Spagat meistert die Leipziger Punk-Elektro-Undnochmehr-Formation aus Leipzig auf ihrem mittlerweile dritten Studiowerk. Mit dem Opener „Ist das schon Mainstream?“ wird binnen einer Minute jedem potenziellen Meckerer direkt mal der Wind aus den Segeln genommen. Denn: Wie sich über eine Truppe aufregen, die sich selber nur mit einem großen Augenzwinkern präsentiert? Eben. Unabhängig davon davon liefert „Punk für Leute, die Punk haszen“ aber auch einfach höchstes Unterhaltungspotenzial. Musikalisch, vor allem aber textlich. Songs über das Fahren auf Deutschlands Straßen („Verkehrsteilnehmer:innen“) und chronisches Zuspätkommen („Zeitmanagement“) sorgen nicht nur einmal für heftiges Schmunzeln. Tracks wie „Gewaltenteilung“ und „KI macht jetzt Kunst“ wiederum bohren den Finger doch deutlich tiefer in dicke und klaffende gesellschaftliche Wunden der heutigen Zeit. Soundtechnisch veredelt wurde das Ganze derweil vom Berliner Produzenten Sascha Höhm, der genau den richtigen, rotzig-sauberen (wieder so ein Gegensatz!) Ansatz gewählt hat. Hervorzuheben ist außerdem das Schlagzeugspiel von Acey Avalon (DEINE COUSINE), der aushilfsweise die Felle beackert hat. Bleibt zu sagen: Zieht euch das rein, bitte! Macht nämlich Spaß.

Anzeige