
„Eine Sache ist ein besseres Morgen, eine andere ein ‚besser morgen‘“. Kommt mir bekannt vor. Allerdings assoziiere ich Mafalda von Kindheit an mit der im Haushalt meiner Oma immer präsenten Hörzu. Shame on me. Dabei hat Quino mit ihr im Laufe der Zeit eigentlich eine recht politische Figur geschaffen, die mit altklugem, aber kritischen Blick den Status quo ihrer Umgebung und Zeit hinterfragt. Ihre Ursprünge sind indes durch und durch kommerziell: Mafalda war Teil einer Werbekampagne für die Elektrogerätereihe „Mansfield“ der argentinischen Firma Siam Di Tella. Dafür gewünscht war eine Mischung aus den „Peanuts“ und Chic Youngs Familiencomic „Blondie“. Im politisch wechselhaften und instabilen Argentinien emanzipierte Zeichner Quino seinen Charakter in den von 1964 bis 1974 veröffentlichten zehn „Mafalda“-Bänden schließlich schrittweise zum Sprachrohr für Gerechtigkeit, Menschlichkeit und Demokratie, bevor er ins Exil nach Europa floh. Die hier versammelte Auswahl der Strips weist einige Überschneidungen mit dem „Mafalda“-Band aus der Bibliothek der Comic-Klassiker auf, ist aber – obwohl ebenfalls Hardcover – deutlich günstiger.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #178 Februar/März 2025 und Anke Kalau