
Mit maximal verlottert-rauhem Garage-Trash im allerbesten Crypt-Style gibt ein kanadisches Quintett seinen Einstand auf einer kurzen, aber knackigen 10“-Mini-LP, die sich zudem auch noch auf 45 rpm dreht. Tyler Boutilier aka TJ Cabot gibt mit seinen manisch überdrehten Gesangsfetzen und einer halsbrecherisch schnellen Stakkato-Gitarre den Kurs vor, dabei sind natürlich Parallelen zu Bands wie den NEW BOMB TURKS, ZEKE, den PAGANS und selbst den STOOGES (der „Raw Power“-Ära) offenkundig. Die Energie wird in den neun Nummern niemals nur ansatzweise heruntergefahren, alles bleibt im roten Bereich, die Band testet ihre eigenen Grenzen aus und die der Hörer ebenfalls. Soundtechnisch darf man keine Wunder erwarten, die Aufnahme hat amateurhaften Charme, das ist eben das Geheimnis des Erfolgs von Budget Rock. Lediglich der Orgelsound ist wirklich fies, da hätte womöglich jede Farfisa-Replika vom Trödelmarkt-besser geklungen. Unterm Strich bleibt die Band ein wenig hinter ihren Möglichkeiten zurück, das Songwriting ist eindimensional, die Ausstrahlung wirkt bei aller aufgekratzten Rotzigkeit bemüht, aber das ist womöglich eingepreist, und die Band hat mit Sicherheit auf der Bühne noch mehr Potenzial zu bieten als auf dem etwas ungelenken Debüt.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #177 Dezember 2024/Januar 2025 2024 und Gereon Helmer