
Das Romandebüt von Ox-Autor Roman Eisner. Eine Coming-of-Age-Geschichte von zwei Menschen, deren Lebenswege sich irgendwann kreuzen. Der eine ist Andy, aufwachsen in den 1980ern im Münchner Arbeiterviertel Giesing in schwierigen Verhältnissen. Die Eltern haben keine Zeit für oder keine Lust auf ihr Kind, trinken und rauchen ohne Pause. Der Vater DDR-Flüchtling, die Mutter eine halbe Amerikanerin. Schwere Jahre zwischen Glotze, Nachbarn, Kleinkriminalität und Internat. Mit 13 raucht und trinkt Andy und verliebt sich in Grunge. All die wunderbaren Platten von Sub Pop halten ihn über Wasser. Die andere Protagonistin heißt Victoria, wächst in den 2000er Jahren als Kind einer Rumäniendeutschen am Hasenbergl in München auf. Ein Leben im sozialen Brennpunkt zwischen Armut und Brutalität. Sie macht Bekanntschaft mit Crystal Meth, häuslicher Gewalt und Rassismus und steht auf Deutschrap. Mit 15 haut sie ab nach Frankfurt, lernt zu kämpfen und taucht in ein die Welt von Mixed Martial Arts. Irgendwann kehrt sie zurück nach München und lernt dort Andy kennen, die beiden Geschichten verschmelzen. Obwohl sie fast 20 Jahre trennen, entwickelt sich eine platonische Freundschaft. „Legit. Legitim“ ist eine detaillierte Milieustudie mit hohem Lokalkolorit und vermutlich vielen autobiografischen Bezügen. Verpackt in verschachtelte Erzählstränge mit vielen Zeit- und Ortssprüngen. Eine trotz aller Schwere liebevoll erzählte Geschichte über die Kraft der Musik und die Macht der Freundschaft, die verkorkste Kinderjahre ausgleichen können. Roman ist selbst bei seiner Mutter, Nachbarn oder in Heimen in München aufgewachsen und hat fünf Jahre an dem Buch gearbeitet.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #183 Dezember 2025/Januar 2026 2025 und Wolfram Hanke