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MINUS HERO

Ruyi

Vier Songs, knapp eine Viertelstunde, mehr braucht „Ruyi“ nicht, um wahrscheinlich ein ganzes Genre glücklich zu machen. MINUS HERO liefern eine fantastische EP, die sich irgendwo zwischen der introspektiven Schwere von „Floral Green“ von TITLE FIGHT und der spacig-melancholischen Alternative-Phase von CAVE-IN bewegt. Dabei trifft verwaschener Shoegaze auf Post-Hardcore, Melodie auf Druck und Hall auf Herz. „Ruyi“ wirkt wie das Durchatmen kurz vor einem langen Winter: warm, dicht, leicht verschwommen, aber mit einer Unruhe, die gute Musik braucht. Gitarrenflächen türmen sich auf, brechen plötzlich ein. Hier geht es darum, Grenzen auszuloten, aber auch Gehörgänge zu bevölkern. Das Faszinierendste an dieser EP aber ist ihr Selbstverständnis: kein lautes Statement, kein aufgesetzter Pathos, sondern ehrliche Atmosphäre. Jeder Song bleibt haften, wie eine Erinnerung, die man irgendwie nicht greifen kann. Wenn das hier nur der Anfang ist, dann dürfen wir uns auf etwas Großes gefasst machen.

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