
Unter dem Namen REAL COUNTRY DARK veröffentlicht Alex Schlage, der einigen als Sänger von NEAR STRANGER bekannt sein dürfte, sein Solo-Debüt. Schlicht selbstbetitelt, ist das Ganze eine Bilanzierung von Schlages Leben in seinen Zwanzigern. Musikalische Grenzen hat Schlage sich dabei nicht gesetzt. Zum Glück. Denn so kommen wir in den Genuss eines verspielten Albums. „Every path has been walked, every thought has been thought, every emotion’s been felt“ – bereits diese Zeilen aus den Opener „Boxes and boundaries“ setzen den Ton für die folgenden Songs, in denen Schlage definitiv nichts schönfärbt. In „Make peace with death“ umgarnen sich Gitarren und Xylophon, „A fragile thing“ ist reduziert auf Melodica und Akustikgitarre. Auf der B-Seite erinnert das flotte „Temps perdu“ an eine poppige Akustik-Variante von AT THE DRIVE-IN. In „Middle ground“ reichert Schlage den Song mit Synthies und Eighties-Drumcomputer-Sounds an. Es bleibt bis zum versöhnlichen „Fragments and fractions“ kurzweilig. Die Worte „A strange delusion, is the sense of time. Or was it the meaning of life“ beschließen das Album. Eine gute Zusammenfassung der späten Ausläufer der Adoleszenz.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #177 Dezember 2024/Januar 2025 2024 und Michael Schramm