
Die haben natürlich nichts mit der gleichnamigen Band auf unser aller liebsten Brühler Label zu tun, auch nicht mit den circa 70 anderen, die denselben Namen tragen. STRESS kommen aus Rostock und spielen Punk, den ich so in den frühen 1990ern öfter in kleinen Jugendzentren gesehen habe. Prägende Bands aus GP, WN, SiFi, BB und dem Biblebelt rum um Stuttgart, die allesamt superwichtig waren, leider ohne jemals groß herauszukommen, weil meistens vorher einer ausgestiegen ist. Für meine Ohren bleibt einiges Potenzial durch die sehr saubere und zu aufgeräumte Produktion liegen, die an den Stellen, an denen es dreckig werden könnte und müsste, einfach clean bleibt. Ich kann nur zu mehr Schmutz, mehr Garage, mehr Dreck, Lärm, Ecken und Kratzern ermuntern, wenigstens manchmal, scheiß auf Präzision und 1A-Produktion. So gefällt mir dann auch der Song am besten, bei dem die Bassistin einfach mal von der Seite reinrotzt (Gewinner). Auf der anderen Seite hat dieser Sound mit der leicht verhallten und nicht bis zum Anschlag verzerrten Tremolo-Gitarre auch einen gewissen Reiz, denn dadurch gehen die guten Texte nicht im Krach unter. „Weit weg“ ist ein ziemlich cooler und eingängiger Song. „Frei“ holt einen ab, ebenso wie die meisten anderen Texte, die für den unmittelbaren Wirkungskreis prägend sein können und werden. Erfrischend anders als die meisten anderen Bands da draußen, weil das Trio nicht so klingt, wie es derzeit irgendwo, irgendwie angesagt wäre.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #177 Dezember 2024/Januar 2025 2024 und Bianca Hartmann
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #177 Dezember 2024/Januar 2025 2024 und Dirk Klotzbach
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