
Nanu, bei dem Bandnamen klingelt doch irgend etwas in mir ...? Ach so, ja, STRESS aus Norddeutschland von 1982. Aber das hier ist etwas Neues, auch aus dem Norden, aber aus Rostock. Ein Trio mit abwechselndem männlichen Gesang, von Krischan an der Gitarre oder Dani am Bass. Gibt es Menschen in unseren musikalischen Gefilden, egal ob Hörer:innen oder Musiker:innen, die die THE CURE-LP „Seventeen Seconds“ nicht mögen? Schwer vorstellbar, aber immerhin doch denkbar. Wer jedoch zu den anderen geschätzt 93% der Anhänger dieses düsteren Sounds von 1980 gehört, kann sich auf diese Scheibe hier eigentlich nur freuen! Freilich mit dem sachdienlichen Hinweis versehen, besser zusätzlich Anhänger:in von (mitunter) derben Deutschpunk-Texten zu sein. Zum Teil singt das Trio, vervollständigt durch Drummer Fussel, zwar auch auf Englisch (wodurch sie an die Leipziger von DIVIDING LINES erinnern), doch natürlich laufen die hiesig geprägten Texte schneller rein. Da geht es mal kritisch gegen die eigene Bubble: „Wir saufen uns den Schädel dicht und machen uns nass“ oder „Wir liegen in der eigenen Kotze, unser Gott heißt Otze“ (in „Gewinner“), aber auch am großen Rad des Lebens wird gedreht, was sich in Zeilen ausdrückt wie „Ich habe Angst vor der Realität“ im Lied „Blase“ oder auch „Vor dem Leben große Furcht“ in „Wahn“. Total empfehlenswert!
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #177 Dezember 2024/Januar 2025 2024 und Bianca Hartmann
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #177 Dezember 2024/Januar 2025 2024 und Dirk Klotzbach
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