
Sich nach dem von Philosoph John Haugeland geprägten Akronym für „good old-fashioned artificial intelligence“ zu benennen, ist schon mal ein Statement. Im Gegensatz zur maschinenlernenden modernen KI ist GOFAI klar strukturiert, regelbasiert, transparent und nachvollziehbar und muss konkret von einem Menschen eingepflegt werden. Menschen sind hier auf jeden Fall am Werk, vier Herren aus Luxemburg. Alles andere trifft aber weniger zu: Regeln, Nachvollziehbarkeit und Struktur spielen eher eine untergeordnete Rolle, sämtliche Klänge scheinen einem sehr dunklen Bauchgefühl zu folgen, ein chaotisches Lärmfeuerwerk mit reichlich Zerre, aber ohne konkreten roten Faden, das sich konsequent außerhalb der Hörkomfortzone bewegt. Tatsächlich soll das Band-Akronym angeblich auch für (G)rinding noises, (O)ppressive frequencies, (F)ractured jaws, (A)nti-Music und (I)rreversible ear damage stehen. Das passt schon deutlich besser. Oder kürzer: Brutaler Noise-Overkill. Fies.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #184 Februar/März 2026 und Anke Kalau