
Es ist wohl kaum jemand so gut, darin Erwartungen zu unterlaufen, wie SHITNEY BEERS. Dass es sich trotz des Namens um kein Fun-Punk-Projekt, sondern um Popmusik handelt, sollte beim dritten Album inzwischen angekommen sein. Das ist aber nie die einzige Überraschung gewesen, die SHITNEY BEERS in petto haben. Die liebevoll arrangierten Klänge, der gefühlvolle Gesang lassen das romantischste Album überhaupt vermuten. Aber wir sind hier auf „Amity Island“, dem fiktiven Schauplatz des Films „Der weiße Hai“, und hier darf sich keiner in Sicherheit wiegen. Sicher, es geht um das Herz, aber das in vielerlei Hinsicht. Es gibt Liebeserklärungen an die Lieblingskünstler:in in „Maya Hawke“, es geht um den Schmerz, misgendert zu werden, es geht um Selbstzweifel, es geht um die Freunde, die sich endlich kriegen sollen, und es geht um die verhasste Friendzone, oder wie SHITNEY BEERS es nennen, um „Amity Island“. Bei alldem bedienen sich SHITNEY BEERS stets einer herrlich direkten Sprache, die man bei der von den Instrumenten aufgebauten Romantik nicht erwartet hätte. Was mir im Vergleich mit dem Vorgänger „This is Pop“ fehlt, ist die musikalische Abwechslung. Dennoch ist „Amity Island“ wundervoll.
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