Foto

SODOM

Tapping The Vein

Als ich in den frühen 1990ern zum Metal fand, war es die logische Konsequenz, dass allzu bald auch SODOM meinen Weg kreuzten. In meinem Fall war es die Live-Scheibe „Marooned“, die meine Eltern mir 1994 zu Nikolaus schenkten. Es war halt ein Foto von ’nem langhaarigen mit Gitarre drauf, ergo die Vermutung, dass ich das dann schon gut finden würde. Zwar wusste ich die Geste meiner Eltern zu schätzen, fand die CD aber scheiße. Zum einen wegen des Sounds (Live-Alben mag ich bis heute nicht besonders), zum anderen wegen der Songs. Gerade die alten, heute nahezu kultisch verehrten Stücke besaßen für mich eher die musikalische Qualität des Öffnens einer Dose Bier, denn echte kompositorische Klasse fehlte, und daher fand ich nur schwer Zugang zu Tom Angelripper und Co.. Mit den Jahren sollte sich das jedoch ändern und mit einigem zeitlichen Abstand betrachtet waren die frühen Platten eigentlich doch ganz geil. So auch das fünfte Album „Tapping The Vein“ von 1992, das nun im November 2024 zu neuen Release-Ehren kommt. Ein schickes Doppel-Vinyl ist es geworden, bei dem die beiden enthaltenen Platten in schönem Rot erstrahlen. Die erste LP beinhaltet ein Remaster des Original-Albums, wodurch die Songs noch mal einen Tacken knackiger aus den Boxen knallen. Auf der zweiten LP befindet sich ein Remix, den der damalige Gitarrist Andy Brings angefertigt hat. Hätte es für mich nicht zwingend gebraucht, da ich mehr Spaß mit LP 1 habe und sowieso nicht viel von solchen Remix-Geschichten halte (außer es geht um Industrial-Metal). Die LP-Taschen sind zudem bedruckt mit ein paar netten Fotos aus der damaligen Zeit und verströmen reichlich Nostalgie. Macht sich auf jeden Fall ganz gut im Plattenschrank.

Anzeige