
Was auf dem ersten Blick wie eine Platte aus der Grunge-Hochphase aussieht, ist in Wahrheit das Debütalbum der Geschwister Mercedes und Phoenix Arn-Horn, die seit 2020 unter dem Namen SOFTCULT Musik machen. Mit „When A Flower Dosen’t Grow“ erzählen sie Geschichten über Unterdrückung, Missbrauch, Befreiung und Selbstermächtigung. Und auch wenn es sehr persönliche Geschichten mit einem tiefen Einblick in die Psyche der Arn-Horn Geschwister sind, sind es Geschichten, die sich im Alltag vieler FLINTA-Personen so oder so ähnlich abspielen. Das Duo selbst beschreibt sein Werk als innere Metamorphose der Revolution und im zyklischen Aufbau durchlaufen wir einen Wandel von Naivität und Traumata bis hin zur Radikalisierung und letztendlich der Befreiung. Der Wandel lässt sich auch in der Musik wiedererkennen. So werden melancholische und atmosphärische Dreampop-Songs von rohen, wütenden und fuzzgeladenen Tracks abgelöst. Wir befinden uns in einem ständigen Zwischenspiel von aufgeladener Frustration und Wut und fast schon beschwörender und mantraartiger Leichtigkeit. Ein tolles und relevantes Album, das Mut macht, laut zu werden und für sich selbst einzustehen.
© by Fuze - Ausgabe #116 Februar/März 2026 und Jule Cattau
© by Fuze - Ausgabe #116 Februar/März 2026 und Jule Cattau