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REVEREND ELVIS

Songs About Murder, Hate And Eternity

Sechs Jahre nach dem „Desperation“-Album kommt der mysteriöse Hasskappen-Träger, auch als Gitarrist der UNDEAD SYNCOPATORS bekannt, mit einem weiteren Soloalbum aus der Gruft zurück. Wie eh und je geht es dabei thematisch um böse Buben, lose Mädchen, Juvenildelinquenten, randständige Existenzen.

Und natürlich, siehe Titel, um Mord, Hass, Ewigkeit. Den Einstand macht der Reverend mit seiner Version des SAM & DAVE-Oldies „I take what I want“, der bei dem oben angesprochenen Themenkomplex direkt eine schaurige Komponente bekommt.

Mit dem todtraurigen Instrumental „Autumn leaves“, angelehnt an die Chet Baker-Version, beweist der Maskenmann ein außerordentliches Talent an der Gitarre, und bei der romantischen Ballade „Crazy“, bekannt durch Willie Nelson, erhält er Unterstützung von Frankie Melody an der Lap-Steel-Gitarre, was dem Song Country-Flair verleiht.

Viele der Nummern sind allerdings vom Reverend im Alleingang eingespielt, dabei gelingt ihm immer wieder ein völlig authentischer Fifties-Nashville-Sound, wie aus Sam Phillips Studio auf der Union Avenue.

Weitere Coversongs sind Sam Cookes „Lovable“, „Dixie Fried“ von Carl Perkins und nicht zuletzt Johnny Cashs „The man in black“. Doch auch mit den zahlreichen eigenen Kompositionen macht der Reverend, der im Klarnamen Andreas Freier heißt, eine ordentliche Figur.

Das rumpelige Garage-Oi!-Stück „I still hate Disco“ fällt natürlich völlig aus dem Rahmen, schadet dem Album, das ansonsten konsistent auf Billy/Country/Blues-Sounds setzt, jedoch wenig. Denn allzu gut sind hier der künstlerische Vortrag sowie die liebevolle, detaillierte Produktion.