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VENOM

Sons Of Satan: Rare And Unreleased

Was KISS schon seit Jahren praktizieren, findet nun wohl auch bei VENOM Zuspruch, nämlich jeden jemals aufgenommenen Ton zu veröffentlichen, damit man noch den einen oder anderen zusätzlichen Dollar/Euro verdienen kann. Das ist manchmal echt eine tatsächliche Bereicherung für die Fans, manchmal aber eben auch nicht. Im vorliegenden Fall ist es irgendwie eine Mischung aus beiden, denn ganz ehrlich: Die ersten fünf Tracks auf dieser CD, ein Mitschnitt einer Probe von 1979, kann man sich getrost sparen. Der Sound ist absolut unterirdisch und klingt fast noch mieser als das, was meine damalige Band und ich anno 1998 fabrizierten (wir wickelten einen Kassettenrekorder mit Mikro-Funktion in eine Wolldecke und legten dieses Paket dann außen vor die Proberaumtür). Der Rest der insgesamt aus 15 Aufnahmen von 1979 bis 1983 bestehenden Tracks macht dann mehr Sinn, finden sich hier doch frühe Versionen von Klassikern wie „In league with satan“, oder „Angel dust“, die vor allem klanglich akzeptabel daherkommen und dann auch schon erkennen lassen, dass die Band musikalisch eben doch mehr draufhatte, als eine Dose Bier zu öffnen. Eine zwiespältige Angelegenheit, die in meinen Augen trotzdem nur etwas für echte Hardcore-Maniacs und notorische Alles-Sammler ist.