
Etwa sechs Jahre nach ihrem bisher letzten Album veröffentlichen SWAIN ihren neuen Longplayer „Infinite Child“. Auf diesem beweist die Band aus den Niederlanden wieder einmal, wie breit sie musikalisch aufgestellt ist und wie international sie klingt. Angefangen haben SWAIN als melodische Hardcore-Band, dieses Label wird ihnen aber nur noch in Ansätzen gerecht. Auf der einen Seite gibt es auf der Platte melodische Refrains in Kombination mit harten Gitarrenriffs. Hätten die BEATLES damals als Nebenprojekt eine Grunge-Band gehabt, hätte sie wahrscheinlich wie der Titelsong „Infinite child“ oder „Fade out“ geklungen. Auf der anderen Seite ist die Stimmung der Platte mit Songs wie „Cold fever“ und „Find your groove“ jetzt etwas drückender und das Ganze erinnert vom Sound her mehr an Post-Punk aus UK. Gegen Ende des Albums nehmen SWAIN komplett das Tempo raus und laden in „Comedown“ mit introvertiertem Shoegaze zum Wegträumen ein. SWAIN schaffen es immer wieder, musikalisch nicht auf der Stelle zu treten und in Bewegung zu bleiben. Es macht einfach Spaß, das neue Album der Band zu hören und eine so breite Palette an Rockmusik serviert zu bekommen. Und obwohl so viel auf der Platte passiert, passen die einzelnen Songs trotzdem von der Anmutung her zusammen.
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