
Hinter der ziemlich bunten, aber doch recht unheimlichen Coverzeichnung verbirgt sich kein bunter Stilmischmasch. Die vier aus Helsinki spielen wilden Hardcore-Punk, der in den frühen 1980ern auch locker auf Propaganda Records gepasst hätte. Nur dass Punk in Finnland damals doch eher eine reine Jungssache war, zumindest was die Bands anging. Bei KOVAA RASVAA gibt es jetzt eher einen Quotenmann, Otto am Schlagzeug. Gut so, da hat sich glücklicherweise doch zumindest etwas geändert in den letzten 40 Jahren. Die 16 Songs zeigen zum einem, dass die Band schon länger aktiv ist – das ist Album Nummer 4 – und dass die finnische Sprache eigentlich super für Hardcore-Punk geeignet. Allein Titel wie „Väärä päätelmä“, übersetzt „Falsche Schlussfolgerung“ sind doch schon vom Klang her Kult, von der Frontfrau Kerttu herausgebrüllt noch mehr. Der Sound liegt irgendwo zwischen frühen RIISTETYT, BASTARDS und DEATH PILL mit ziemlich genialen Bassläufen von Anne. Trotz der eingestreuten Klavierparts, unter anderem am Ende der ersten Seite gespielt von Gitarrist Johanna, gibt es von KOVAA RASVAA definitiv keine „Kleine Nachtmusik“, sondern den Soundtrack für eine rasante Konzertnacht. Die würde ich gerne mal live sehen
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #116 Oktober/November 2014 und Kalle Stille
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