
Holla, das reibt aber heftig. Ein schrullig-lärmiges Debütalbum schlägt das Londoner Quartett dem geneigten Hörer hier um die Ohren. Griffige Riffs, von knackigen Drums und hibbeligen Basslines derbe nach vorn getrieben, schmirgeln konsequent an Hörgängen und Hirnrinde. Da können die Texte schon mal außer Reichweite der Aufmerksamkeit geraten, dabei haben sie genau die eigentlich verdient. Der Opener „Private pyle“ beispielsweise erzählt im Rückgriff auf Stanley Kubricks „Full Metal Jacket“ und Graham Greenes „The Quiet American“ von der Illusion des freien Willens. Ein Lyricsheet zum entzückend aschgrauen Vinyl zu packen, wäre vielleicht ganz hilfreich gewesen. Aber nein, keine Kompromisse, der widerspenstig ruppige LoFi-Noisepunk muss für sich sprechen. Das heißt auch: keine Hits. Allerdings: Im UK sind die NOTHINGSHEADS inzwischen eine große Nummer im Underground-Live-Circuit, vielleicht verschlägt es sie bald ja auch mal nach Europa? „Down the doomhole“!
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #170 Oktober/November 2023 und Christoph Lampert
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #178 Februar/März 2025 und Anke Kalau