
Schier unglaublich, was MOGWAI mit ihrer Musik schon erreicht haben. Elektronischer, unaufgeregter Post-Rock, fast schon Ambient, weitgehend ohne Gesang. Als ob die vier Schotten die weiten Landschaften rund um ihre Heimatstadt Glasgow vertont hätten. Sehr atmosphärisch, sehr fesselnd. Irgendwie zwischen allen Stühlen. Zu ausladend fürs Radio und zu rockig für den Elektro-Club. Trotzdem sind MOGWAI 2021 mit ihrem letzten Album „As The Love Continues“ bis an die Spitze der britischen Albumcharts geklettert. Wie es dazu kam, ist selbst den Musikern bis heute ein Rätsel. Im Laufe der 30-jährigen Bandgeschichte haben sich die Schotten eine treue Fanbase erspielt. Mit Alben wie „Happy Songs For Happy People“ (2003) oder „Hardcore Will Never Die, But You Will.“ (2011) ist die Popularität der Band Stück für Stück gewachsen. Mit an Bord ist immer der knochentrockene Humor der Schotten, der vor allem in den skurrilen Songtiteln Ausdruck findet. Die entstehen oft durch blöde Witze oder Zufälle und haben nichts mit der Musik zu tun. „The Bad Fire“ ist nun das elfte Studioalbum von MOGWAI. Veröffentlicht über das bandeigene Label Rock Action Records. Entstanden in einer persönlich schwierigen Zeit für die Band. Die jüngste Tochter von Keyboarder Barry Burns ist schwer krank geworden und das erforderte die volle Aufmerksamkeit ihres Vaters. „Es war eine schlimme Zeit für uns alle und ich konnte in dieser Zeit natürlich nicht arbeiten“, beschreibt er den Entstehungsprozess von „The Bad Fire“. „Aber jetzt ist alles vorbei, alle haben überlebt und wir sind wieder glücklich.“ Und das neue Album ist auch im Kasten. Produziert hat es John Congleton (THE THERMALS, BARONESS, WARPAINT). Er ist extra aus dem sonnigen Kalifornien ins verregnete Schottland gereist, um die zehn neuen Songs in Form zu bringen. Das Ergebnis ist eine Reise durch übersteuerte, verzerrte Gitarren und dichten Drumsound bis hin zu entrückten elektronischen Klängen. Die Musik von MOGWAI ist schwer in Worte zu fassen und entzieht sich eindeutigen Kategorien. Trotzdem kann man bei „The Bad Fire“ von ergreifender Schönheit sprechen, die sich da teils in Zeitlupe entfaltet. Im November 2024 ist ein Dokumentarfilm über die Band in die Kinos gekommen. „If the Stars Had a Sound“ heißt das Werk von Filmemacher Antony Crook, einem langjährigen Begleiter der Band. Der ist auch für die skurrilen Videoclips von MOGWAI zuständig. Abseits der Musik sind die Schotten übrigens nicht auf den Mund gefallen. Gerade, was das Werk von anderen Musikern betrifft. BLUR haben die Schotten mal als „eine der schwächsten Bands des Planeten“ bezeichnet. Mit der Band von Damon Albarn bewegen sich MOGWAI längst auf Augenhöhe. Ob sie mit „The Bad Fire“ auch wieder die Spitze der Charts stürmen, wird sich zeigen.
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