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PHANTOM CORPORATION

Time And Tide

Bereits das PHANTOM CORPORATION-Debüt „Fallout“ von 2023 zierte ein eigenwilliges Artwork des Nürnberger Grafikers Misanthropic-Art aka Chris Kiesling, inspiriert von H.G. Wells’ apokalyptischem Mars-Invasions-Klassiker „Der Krieg der Welten“. Grafisch ähnlich anspruchsvoll ist das morbide Artwork fürs aktuelle Album „Time And Tide“ der norwegischen Grafikdesign-Agentur Skurktur mit einer zum Titel passenden Sanduhr, die auch als Illustration zu Geschichten von Edgar Allan Poe oder H.P. Lovecraft passen würde. Im Widerspruch zum erstaunlich subtilen Artwork (vor allem wenn man sich so manch andere Beispiele aus dem Bereich Metal ansieht) scheint der Sound der norddeutschen Band zu stehen, die sich auch auf ihrem zweiten Album (2016 erschien die erste EP „First Commandment“) brutal und wenig schöngeistig mit zwei Gitarristen durch elf teilweise erstaunlich lange Songs knüppeln, in einer Schnittmenge aus Crust, Thrash und Death Metal, und auch nicht weit entfernt von Punk und Hardcore. Nein, Subtilität ist sicherlich nicht das Ding von PHANTOM CORPORATION, aber ihre grundsätzliche Energie und kompromisslose Härte bescheren auch dem neuen Album eine hohe Halbwertzeit. Stumpf ist eben nicht immer Trumpf, und so eröffnen sich in den simplen, derben und effektiven Hochgeschwindigkeitssongs auch immer wieder Räume für verspieltere, vielschichtigere Momente, die PHANTOM CORPORATION von vielen anderen, tatsächlich wenig subtilen grobmotorischen Bolz-Combos abheben.

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