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TIGERJUNGE

Tod und Spiele

Bisher war das Bochumer Duo durch regelmäßige CD-Releases, mal in Album-, oft in EP-Länge bekannt. Nun gibt es ein TIGERJUNGE-Baby auf Vinyl. Steht ihnen gut. Musikalisch sind TIGERJUNGE so finster wie immer unterwegs. Einige Tracks waren früher schon auf den EPs enthalten, es handelt sich bei „Tod und Spiele“ allerdings nicht um eine reine Best-Of-Compilation. Ich weiß nicht, was sie ins Aufnahmegerät gekippt haben, aber auf diesem Album kommen TIGERJUNGE noch düsterer rüber als auf den vorigen. EBM, Electro, Wave als Sound und Punk als Einstellung: Das ist so der Malstrom, in den sie dich reinziehen. Hier einiges an ATARI TEENAGE RIOT/NIN-Reminiszenz (also feiste Electro-Beats plus Punk-Gitarre und bedrückende Samples), dort sogar etwas Falco („Das Hemd auf meiner Haut“) und auch Tommi Stumpff-Artiges ist zu hören. Das alles ist knackig produziert und somit darauf ausgerichtet, möglichst laut gehört zu werden. Am besten im Keller. Finsteres Album, das dabei helfen kann, den aktuellen Wahnsinn in der Welt irgendwie zu verarbeiten. Junge, hab ich Angst.