
Die wenigen zur Verfügung stehenden Texte sind bei instrumentaler Musik entweder vollständig bedeutungslos oder sie geben als eine der wenigen nicht-klanglichen Informationsquellen umso nachdrücklicher preis, worum es einer Band inhaltlich geht. TV DUST aus Mailand legen nach einigen EPs mit „Transition“ nun ihr Debütalbum vor. Nach ein paar Hördurchläufen ist zumindest herausgearbeitet, dass dieser wilde musikalische Ritt unheimlich spannend und überfordernd ist. Die Transition, also die bedeutsame Veränderung oder sogar der bedeutende Übergang, äußert sich allerdings erst bei Hinzunahme der vorangegangenen Kleinformate, denn der stilistische Bruch ist überdeutlich: Auf den EPs dockte ein spürbarer Punk-Spirit an die motorische Rhythmik des Krautrock an. Das Album hingegen verunmöglicht eine klare Einordnung durch seine stilistische Variabilität. Der Pressetext gibt Auskunft, unfreundlich, aber unbestimmt: Bei der Musik handle es sich um „an incredible collection of no-jazz, breakneck rhythms, mutant-wave, trance-funk, shredded sax jags and furious, yet mysterious assaults“. Weiß der Geier, was das wieder bedeuten soll, aber es ist verdammt richtig.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #180 Juni/Juli 2025 und Henrik Beeke